Eine Zusammenfassung der bisherigen Verhandlungstage ist
hier zu finden.
Heute ergingen die Urteile im Prozeß gegen die drei Polizisten aus Erfurt: Das Amtsgericht Hamburg verurteilte sie wegen gefährlicher Körperverletzung im Amt zu je einem Jahr Haft auf Bewährung und je 1000 Euro Schmerzensgeld. Wird das urteil rechtskräftig, verlieren die verurteilten Polizisten ihren Beamtenstutus. Ihre Verteidiger kündigten Berufung an.
Der Staatsanwalt leitete außerdem gegen die Amtsärzte wegen deren Gutachten zur angeblichen Verhandlungsunfähigkeit der Thüringer Polizisten ein Ermittlungsverfahren ein und erwägt Ermittlungen gegen Zeugen, so
berichtet NDR online.
Über die Verhältnismäßigkeit der Strafen läßt sich natürlich trefflich streiten. Imho hat das AG HH damit aber ein Signal gesetzt, das nur zur begrüßen ist: Auch Vertreter unseres Rechtsstaates, in diesem Falle Polizisten, unterliegen dessen Regeln, selbst - vielleicht auch gerade dann - wenn ranghohe Vorgesetzte und Politiker meinen, "es" auf ihre Weise regeln zu können. Ich bin stolz auf Amtsrichter Thomas Semprich, der das Verfahren ohne Ansehen der Person durchgeführt hat, und stolz auf die Schleswigholsteiner Polizisten, die den Mut hatten, diese Anzeige zu erstatten, obwohl bzw. gerade weil sie gegen Kollegen gerichet war. Leicht war das bestimmt nicht ..
[Berichte über den Prozess auch z. B. via
Bocholter-Borkener Volksblatt,
ngo-online]